Stammeslager

 

Stammeslager 2015

„Stein, Stein, Stein!“, und „Schnipp-Schnapp, Schnipp-Schnapp, wir Scheren schneiden alles ab!“ so schallt es in das kleine, verschlafene Dörfchen Rotenhar bei Schwäbisch Gmünd. Doch das Kopfschütteln weicht schnell einem verständnisvollen Lächeln, als klar wird: Die Pfadfinder sind wieder da. Und wie! Mit rund 30 Sipplingen und Mitarbeitern versuchten wir diesen Sommer auf dem Stammeslager die Geheimnisse des altbekannten Entscheidungsspiels „Schere-Stein-Papier“ zu ergründen. Schon zu Beginn des Lagers wurde klar, dass sowohl beim Spiel, als auch bei unangenehmeren Dingen wie dem Zelte aufbauen, alle Hände gebraucht werden. Als die Zeltstadt schließlich stand, galt es, die weit gereisten Helden Schere, Stein und Papier mit tosendem Applaus willkommen zu heißen. Doch die Harmonie war nicht von langer Dauer, denn Schere hatte Böses im Sinn. Des Nächtens schlichen also die Sipplinge auf Zehenspitzen und nur vom Fackelschein beleuchtet, der vom rechten Weg abgekommenen Schere hinterher, nur um festzustellen, dass diese mit Zaubertrank verführt wurde. Sie wollte das doch so wichtige Gleichgewicht ins Wanken bringen. Am nächsten Morgen, der für manche mit einer nicht ganz freiwilligen Wanderung begann, versuchten wir gemeinsam bei Töpferei, Feuersteinen und Papierschöpfen herauszufinden, wofür man uns Steine, Papiere und Scheren denn so braucht. Und auch da zeigte sich wieder: Fällt einer weg, geht nichts mehr. Die Schere bleibt stumpf, das Papier ungeschnitten. Wir hatten das zwar nun erkannt, doch ein nächstes Problem tat sich auf: der Stein war verschwunden. Also die Rucksäcke gepackt und losgezogen; auf der Suche nach dem Stein, auf der Suche nach Harmonie. Die „Großen“ suchten nebst dem Stein vor allem auch den Weg nach Hause, was sie mit Bravour meisterten, während die „Kleinen“ wilde Brücken überqueren, Lieder dichten und zu allem Übel auch noch laufen mussten. So manchen Sitzstreik später war in der Ferne ein graues, rundes Etwas zu erkennen: der Stein.
Nach Bitten und Betteln schließlich, ließ sich der Stein erweichen und auch die Schere kehrte zur Vernunft zurück und entschuldigte sich wortreich. Beim großen Schere-Stein-Papier Finalspiel konnte jeder noch einmal seine erworbenen Kenntnisse einbringen und unter großem Hallo gewann schließlich die jüngste unserer Runde. Am Abend sollte es für alle nochmal spannend werde: die Tuchübergabe stand bevor und so wurden jetzt auch die Sipplinge der neuen Sippe Schneeleoparden „richtige“ Pfadis. Nach all diesen aufregenden Stunden ließen wir bei Chai, Stockbrot und Gitarrenspiel den ereignisreichen Tag und das wunderschöne Lager ausklingen.

Stammeslager02

 

 

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